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Kinder & Familie

Kinder-Ernährung: So etablieren Sie gesunde Gewohnheiten

5 Min. Lesezeit25. April 2024
Kinder-Ernährung: So etablieren Sie gesunde Gewohnheiten
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Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Die Ernährung von Kindern folgt anderen Regeln als die von Erwachsenen. Ihr Stoffwechsel ist anders, ihre Bedürfnisse unterschiedlich – und vor allem: Ihr Verhältnis zum Essen wird in den ersten Lebensjahren tief geprägt. Was wir jetzt tun, wirkt oft ein Leben lang.

Die wichtigsten Grundsätze

Eltern entscheiden, WAS auf den Tisch kommt – Kinder entscheiden, WIEVIEL sie essen. Dieses Prinzip stammt von der amerikanischen Ernährungsexpertin Ellyn Satter und ist die wichtigste Regel überhaupt. Bieten Sie gesunde Optionen an. Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, wie viel davon es isst. Zwang führt fast immer zu Ablehnung – und zu einem gestörten Verhältnis zum Essen.

Gemeinsam essen ist wichtiger als perfektes Essen. Familienmahlzeiten ohne Bildschirm prägen das Essverhalten positiv. Die Atmosphäre und das Gespräch zählen mehr als jeder einzelne Bissen.

Vorbild sein. Kinder essen, was die Eltern essen. Wenn Sie selbst Brokkoli mögen, wird Ihr Kind ihn eher probieren. Wenn Sie selbst nur Fastfood essen, wird Ihr Kind das auch tun – egal was Sie sagen.

Umgang mit "wählerischen Essern"

Vieles, was Eltern Sorgen macht, ist völlig normal: Neue Lebensmittel werden 10 bis 15 Mal abgelehnt, bevor sie akzeptiert werden. Es gibt Phasen, in denen nur bestimmte Dinge gegessen werden ("Brot-und-Käse-Phase"). Der Appetit unterscheidet sich von Tag zu Tag stark.

Was hilft: Immer wieder anbieten, ohne Druck und ohne Kommentar. Neue Lebensmittel zusammen mit bekannten servieren. Kinder beim Einkaufen und Kochen einbeziehen – wer mitschnippelt, isst eher mit. Und ganz wichtig: Keine Belohnungen oder Strafen mit Essen verknüpfen. Süßes als "Belohnung" zu nutzen, macht es nur attraktiver.

Praktische Tipps

Süßigkeiten nicht komplett verbieten. Verbotenes wird interessanter. Eine entspannte Haltung – "Süßes gibt es manchmal, und das ist okay" – verhindert Heißhunger und heimliches Essen.

Gemeinsam kochen. Kinder essen viel eher, was sie selbst zubereitet haben. Schon Dreijährige können Salat zerrupfen oder Hummus bestreichen.

Hunger respektieren. Kein "Teller leer essen"-Zwang. Kinder haben oft noch ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl – das wir Erwachsenen verlernt haben. Wir sollten es nicht verlernen lassen.

Geduld haben. Geschmack entwickelt sich über Jahre. Was mit fünf abgelehnt wird, schmeckt mit acht plötzlich. Bleiben Sie dran – ohne Stress.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Bei anhaltendem extremem Unter- oder Übergewicht, bei kompletter Essensverweigerung oder bei auffälligem Essverhalten ist eine fachliche Beratung sinnvoll. Auch wenn das Thema die Familie übermäßig belastet, lohnt sich ein Gespräch.

Was Kinder wirklich brauchen

Mehr als jeden Ernährungsplan brauchen Kinder Eltern, die selbst entspannt mit Essen umgehen. Die Vielfalt anbieten, ohne zu drängen. Die Gemeinsamkeit am Tisch über Perfektion stellen. Wer das schafft, gibt seinen Kindern das wichtigste Geschenk: ein lebenslang gesundes Verhältnis zum Essen.

Sawsan Salameh

Sawsan Salameh

Ärztin & Ernährungsexpertin I ZPP zertifizierte Kursleiterin I Fachdozentin

Mit über 27 Jahren Erfahrung in der Behandlung von schwerer Adipositas verbinde ich medizinische Expertise mit psychosomatischem Verständnis.

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